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IDD-Umsetzung gelingt nur mit moderner IT-Architektur

Das Thema IDD treibt seit längerem den Versicherungsmarkt um. Die neue Vermittlerrichtlinie Insurance Distribution Directive (IDD), die von der Europäischen Union verabschiedet wurde, trat am 23. Februar 2018 in Kraft. Die Details zur Ausgestaltung der neuen Regelungen auf nationaler Ebene müssen jedoch noch durch eine Verordnung festgelegt werden. In Deutschland wurde ein neuer Verordnungsentwurf am 27. Juni 2018 veröffentlicht; eine Verabschiedung des Entwurfs vom Deutschen Bundestag und Bundesrat wird zum Ende des Jahres 2018 erwartet. Die IDD erfasst alle Vertriebsaktivitäten der Versicherungswirtschaft und gilt für alle Vertriebskanäle. Das Ziel der EU ist es, durch Mindeststandards eine Harmonisierung des Vertriebs von Versicherungsanlageprodukten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Vertriebswege zu erreichen.

Mit der Richtlinie greift der Gesetzgeber tief in die Produkt- und Vertriebsstrukturen der Versicherer ein. Die IDD umfasst unter anderem neue Beratungsrichtlinien zu Versicherungsanlageprodukten, Transparenzvorschriften, Grundsätze, die Interessenkonflikte vermeiden sollen, sowie eine Weiterbildungsverpflichtung für Versicherungsvermittler. Das erfordert erhebliche Anpassungen in den Geschäftsprozessen, Arbeitsabläufen und IT-Systemen der Versicherer.

Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Änderungen, die auf die Versicherer zukommen:

1. Darstellung der Produkt- und Vertriebskosten

Vermittler müssen in der Lage sein, ihren Kunden die Höhe der persönlichen Vergütung bzw. ihr finanzielles Interesse am Verkauf des Produktes bereits vor Vertragsabschluss offenzulegen. Dazu zählen neben Provisionen und Gebühren auch indirekte Zuwendungen wie Zuschüsse, Bonifikationen, Incentives, etc. Klassische IT-Systeme sehen eine Berechnung der Vergütung und Provision jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt des Verkaufsprozesses vor, unter anderem auch weil die Vergütung von der Erreichung der Zielvorgaben abhängt. Der IDD zufolge müssen die Informationen über die Kosten nun bereits in der Angebotsphase dargelegt werden können. Zudem dürfen Vermittler nur noch Versicherungsprodukte verkaufen, die optimal für den Kunden sind. Verkaufsziele und Vergütung dürfen keine Anreize schaffen, die den Vermittler beeinflussen könnten, Versicherungsprodukte anzubieten oder zu verkaufen, die nicht den Interessen des Kunden entsprechen. Das könnte zu erheblichen Anpassungen in den Vergütungs- und Provisionssystemen führen.

2. Beratungs- und Dokumentationspflicht

Kein Vertrieb ohne Beratung – dabei werden alle Vertriebskanäle, offline oder online, gleichbehandelt. Bisher konnten Insurtechs, Direktversicherer und Online-Vertriebe ihre Produkte ohne Beratung verkaufen. Diese Ausnahmeregelung ist mit der IDD passé. Der Internet-Verkauf wird mit der Beratungspflicht deutlich komplexer. Da die Abschlussraten bei aufwendigen Online-Prozessen erfahrungsgemäß sinken, sollten Versicherer auf intelligente und benutzerfreundliche IT-Lösungen setzen, um den Online-Verkaufsprozess so einfach wie möglich zu gestalten. Durch moderne IT-Plattformen und den Einsatz von CRM-Systemen können Vertriebskanäle miteinander verbunden und regulatorische Vorgaben einfacher erfüllt werden.

Um den höheren Anforderungen an die Beratung gerecht zu werden, benötigen Vermittler auch mehr Informationen über Bestandskunden und potentielle Kunden. Das bedeutet, Versicherer benötigen datenschutzkonforme und sichere IT-Tools, um sensible Kundeninformationen zu erfassen, zu verwalten und zu speichern. Vermittler brauchen eine effiziente IT-Unterstützung, die es ihnen erlaubt, Daten orts- und zeitunabhängig über den gesamten Verkaufsprozess hinweg regelkonform zu nutzen.

Jeder angebotene Vertrag muss den Bedürfnissen des Kunden entsprechen, deshalb muss schriftlich begründet und dokumentiert werden, warum das Produkt am besten für den Endkunden geeignet ist. Beim Verkauf von Versicherungsanlageprodukten ist zusätzlich zu erläutern, dass die Kenntnisse und Erfahrungen des Kunden, seine finanzielle Situation, Risikobereitschaft etc. bei der Beratung und Empfehlung berücksichtigt wurden. Um das zu gewährleisten, müssen Beratungs- und Dokumentationsprozesse analysiert und angepasst werden.

3. Produktgenehmigungsverfahren

Zukünftig müssen Versicherer, die Versicherungsprodukte konzipieren, ein Verfahren für die Genehmigung jedes einzelnen Versicherungsprodukts implementieren. Das betrifft auch jede wesentliche Anpassung von Produkten, bevor sie vermarktet oder vertrieben werden. Darüber hinaus muss ein Zielmarkt für jedes Produkt festgelegt und sichergestellt werden, dass alle Risiken für den definierten Zielmarkt bewertet werden. Das geht aus den „Vorbereitenden Leitlinien zu den Aufsichts- und Lenkungsvorkehrungen seitens Versicherungsunternehmen und Versicherungsvertreibern“ hervor, die im Februar 2016 von der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die Altersversorgung EIOPA veröffentlicht wurden. Das heißt, dass bestehende Produktentwicklungsprozesse und IT-Systeme angepasst werden müssen.

4. Weiterbildung

Die Richtlinie sieht eine Weiterbildungspflicht für alle Vertreiber von Versicherungen vor. Sie müssen jährlich 15 Stunden Weiterbildung nachweisen. Das betrifft jeden, der Auskunft über ein Versicherungsprodukt geben kann, und gilt somit für alle Mitarbeiter, egal, ob Innen- oder Außendienst, die mit Vertriebstätigkeiten beauftragt sind.

Erfolgreiche IDD-Umsetzung mit msg life

Die Übersicht zeigt deutlich, welche Auswirkungen die IDD auf den Versicherungsvertrieb und die Zusammenarbeit von Versicherern mit Online-Plattformen, Vergleichsportalen oder Online-Makler hat. So muss z. B. auch beim Einsatz von Robo Advice sichergestellt werden, dass diese Tools den Endkunden nur Produkte empfehlen, die deren Bedürfnissen und Wünschen entsprechen. Die Datenbanken und Algorithmen müssen also laufend angepasst und aktualisiert werden, um den Anforderungen der IDD gerecht zu werden. „Alle Seiten werden genau hinschauen, welche potentiellen Partner die besten IT-Systeme und Prozesse bieten, um den Spagat zwischen Regulierung und digitalem Vertrieb so effizient und nutzerfreundlich wie möglich zu schaffen“, heißt es in einem Online-Beitrag des Fachmagazins für Versicherungsvertrieb, experten Report.

Ohne eine entsprechend gestaltete IT wird die IDD nicht realisierbar sein. Die Umsetzung des Regelwerks führt zu umfänglichen Änderungen in den IT-Systemen. Für die Lebensversicherungsbranche, die ohnehin schon unter einem großem Kosten- und Ertragsdruck steht, bedeutet das zusätzliche hohe Belastungen.

msg life kennt die Systemlandschaften von Lebensversicherern, deren fachliche Prozesse und Arbeitsabläufe. Unsere langjährige Erfahrung als Software- und Beratungsunternehmen in Kombination mit unserer Kompetenz bei der Umsetzung regulatorischer Vorhaben macht msg life zu Ihrem perfekten Partner in Sachen IDD. Wir bieten moderne und flexible Komplettlösungen, die alle regulatorischen Anforderungen erfüllen.

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